Infrastruktur im RMV
Der Ausbau der Infrastruktur sichert die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs. Der RMV gestaltet diese Entwicklung aktiv mit und setzt sich für den Ausbau des Schienennetzes ein. Die Städte in Hessen wachsen – besonders im Rhein-Main-Gebiet. Seit 1995 sind Fahrgastzahlen und Zugverkehr deutlich gestiegen. Viele Strecken und Knotenpunkte sind heute stark ausgelastet. Oft nutzen unterschiedlich schnelle Züge dieselben Gleise. Um die vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen, kommen längere und leistungsfähigere Züge zum Einsatz. Ergänzend hat der RMV ein Netz aus Expressbuslinien aufgebaut. Es verbindet Städte ohne Schienenanschluss und ergänzt das bestehende Bahnnetz.
Neue Infrastruktur schaffen
Dauerhafte Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Kapazität sind nur mit Investitionen in die Infrastruktur möglich. Deshalb engagiert sich der RMV gemeinsam mit Partnern für den Aus- und Neubau sowie die Modernisierung von Gleisen und Signaltechnik. Als Moderator und Impulsgeber bringt der RMV Beteiligte aus Kommunen, Ländern und Bund zusammen und treibt die Weiterentwicklung der Infrastruktur aktiv voran.
Ausbau-Projekte
Im Großraum Rhein-Main tut sich einiges, um die bestehende Schieneninfrastruktur zu entlasten und die Kapazitäten und damit auch den Komfort für die Fahrgäste deutlich zu erhöhen.
Die S-Bahn-Linie S6 soll vollständig auf eigenen Gleisen fahren. Dadurch kann sie im Endausbau im 15-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit bis Friedberg, fahren. Der erste Bauabschnitt zwischen Frankfurt und Bad Vilbel ist seit Dezember 2024 in Betrieb. Dadurch sind Überholungsaufenthalte und Stolpertakt weggefallen, und die S-Bahn hat eine neue Station "Ginnheim" halten. Für den zweiten Bauabschnitt Bad Vilbel – Friedberg läuft das Planfeststellungsverfahren. Weitere Informationen gibt es bei der Deutschen Bahn.
Ein weiteres Projekt, das das Nahverkehrsangebot in der Region deutlich erweitert und für schnellere Verbindungen sorgt, ist die sogenannte Wallauer Spange - die erste der drei Baustufen der Neubaustrecke Rhein/Main-Rhein/Neckar. Sie soll die rund fünf Kilometer lange Lücke zwischen dem ICE-Ast Richtung Wiesbaden und dem ICE-Ast des Frankfurter Flughafens schließen. So wird die Möglichkeit für einen "Hessen-Express" geschaffen, der die Fahrzeit von Wiesbaden zum Frankfurter Flughafen auf dann 15 Minuten halbiert. Weitere Informationen sind unter Wallauer Spange zu finden.
Die Regionaltangente West (RTW) ist eine neue tangentiale Schienenverbindung im Rhein-Main-Gebiet. Sie soll Entlastung bringen für den Ballungsraum Frankfurt. Zum einen sollen die westlichen Stadtteile Frankfurts besser angebunden werden, außerdem werden die umliegenden Kreise, Städte und Gemeinden miteinander vernetzt. Für diese soll auch eine bessere Anbindung an den Frankfurter Flughafen geschaffen werden. Mehr Informationen bietet die Webseite Regionaltangente West.
Ziel des Projektes ist es, die östliche Innenstadt Frankfurts, Maintal sowie westliche Stadtteile Hanaus besser anzubinden. Zwei zusätzliche Gleisen ermöglichen zum einen mehr Kapazitäten zwischen Frankfurt-Ost und Hanau, zum anderen können Nah- und Fernverkehr getrennt voneinander geführt werden. Wegen der unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Nah- und Fernverkehrszüge führt die Trennung zu einer besseren Nutzung des Netzes. Außerdem sollen die Bahnhöfe an der Strecke barrierefrei ausgebaut werden. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Bahn.
Der RMV unterstützt dieses Vorhaben, das mehr Kapazitäten für den Regionalverkehr und damit für das RMV-Angebot schaffen soll. Dazu soll langfristig ein zusätzlicher Fernbahntunnel mit Tiefbahnhof den Eisenbahnknoten Frankfurt erheblich entlasten. Dieser ergänzt den bestehenden Bahnhof mit seinen oberirdischen Gleisen. Vorbild ist der Züricher Hauptbahnhof, welcher innerhalb weniger Jahre um mehrere Gleise ergänzt wurde. Das Projekt befindet sich zurzeit in der Planungsphase.
Die Landkreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg sollen besser per Schiene miteinander verknüpft werden, damit mehr Kommunen und damit mehr Pendler eine direkte Anbindung an den Ballungsraum Frankfurt erhalten. Im Fokus stehen dabei eine engere Taktung und das Fahren ohne Umstieg. Für das Projekt wurde eine Vorstudie erstellt.
Die Landkreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg sollen besser per Schiene verbunden werden. Ziel ist, mehr Kommunen direkt an den Ballungsraum Frankfurt anzubinden – mit dichteren Takten und weniger Umstiegen. Grundlage dafür ist eine Vorstudie.
- Variante 1: S2 bis Dieburg verlängern: Die Verlängerung der S2 von Dietzenbach nach Dieburg bietet das beste Verhältnis von Kosten und Nutzen. Geplant ist eine 3,1 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Dietzenbach und Urberach. Ab dort nutzt die S2 die bestehende Dreieichbahn.
- Dafür werden Strecken elektrifiziert und Bahnsteige ausgebaut. Ziel ist ein Halbstundentakt. Die Fahrzeit nach Offenbach und Frankfurt verkürzt sich um bis zu 15 Minuten. Auch Dieburg wird aus Richtung Dietzenbach und Heusenstamm besser erreichbar.
- Variante 2: S2 bis Darmstadt verlängern: Eine Verlängerung über Dieburg hinaus nach Darmstadt könnte zusätzliche Fahrgäste gewinnen. Gleichzeitig entsteht ein südlicher Ringschluss der S-Bahn Rhein-Main. Das stärkt den Darmstädter Hauptbahnhof als zentralen Knotenpunkt.
Bereits vor einer möglichen S-Bahn-Verlängerung soll das Angebot verbessert werden. Dafür wird der Haltepunkt Eppertshausen zum Kreuzungsbahnhof ausgebaut. So können Züge künftig im Halbstundentakt bis Dieburg fahren.
Nächste Schritte
Geplant ist eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn für die Vorplanung und eine Nutzen-Kosten-Untersuchung beider Varianten. Dabei werden unter anderem Streckenführung, Bauweise und Umweltauswirkungen geprüft. Bei positiver Bewertung ist eine Umsetzung bis Anfang der 2030er-Jahre möglich.
Der Regionale Nahverkehrsplan des RMV
Der Regionale Nahverkehrsplan ist das Ergebnis politischer Abstimmungen auf allen Ebenen und die Grundlage für die Planung der kommenden Jahre. Er zeigt, wie der RMV Ihnen auch künftig attraktive Wege bietet – mit Bus und Bahn sowie mit Sharing-Angeboten für Autos und Fahrräder. Gleichzeitig legt der Plan verbindliche Ziele und Standards für die Weiterentwicklung der Infrastruktur fest – von konkreten Maßnahmen bis zu langfristigen Entwicklungen.

FRMplus
Bis 2030 investieren Bund, Land Hessen, die Stadt Frankfurt, der RMV und die Deutsche Bahn gemeinsam mehr als 12 Milliarden Euro in die Infrastruktur. Davon profitieren der Nah- und Fernverkehr im Rhein-Main-Gebiet, in ganz Hessen und darüber hinaus. So wird die Region fit für die Zukunft.
Wie die Projekte konkret umgesetzt werden und wie der aktuelle Stand ist, erfahren Sie auf der Webseite FRMplus.de.

